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Auch über dem Ozean: Wir sind am Zug!


Im County Washington wurde eine 100 Jahre alte Eisenbahntrasse in eine innovative Transportverbindung umgewandelt. Die für den öffentlichen Nahverkehr in Portland, Oregon zuständige Firma TriMet hat den Pendlerzug Westside Express Service (WES) Anfang dieses Jahres 2009 in Betrieb genommen.

Der Pendlerzug soll auf der 23,7 km langen Strecke an einem Werktag durchschnittlich 3.000 bis 4.000 Passagiere transportieren. Es ist der erste Pendlerzug in Oregon und einer der landesweit wenigen, die einen Vorort mit einem anderen verbinden.


Die Idee war es, Dieseltriebzüge (DMU) zu verwenden, d.h. individuelle Triebwagen mit Selbstantrieb, und so von der bereits existierenden Infrastruktur zu profitieren.  Die vorhandenen Gleise wurden erneuert, um eine Zuggeschwindigkeit von bis zu knapp 100 km/h zu ermöglichen. Ein zusätzliches zweites Gleis wurde eingerichtet, damit Güter- und Pendlerzüge zeitgleich auf der Strecke verkehren können.

 


Das in der Nähe von Denver, CO angesiedelte Unternehmen Colorado Railcar stellt die Dieseltriebzüge her. Ursprünglich produzierte Colorado Railcar nur Personenzüge, sah dann aber den Bedarf an Pendlerzügen und nutzte die Gelegenheit: Das Unternehmen kombinierte seine Erfahrung im Bereich Personenzüge mit einem Dieselantriebssystem. Um das korrekte Funktionieren eines selbstangetriebenen Zugwagens zu gewährleisten, wurde ein hochmodernes Steuerungssystem benötigt. Nach einer umfangreichen Marktanalyse und anspruchsvollen Pilotuntersuchungen verschiedener Systeme entschied sich Colorado Railcar für LÜTZE als Partner für die DMU-Steuerungen.

 


Das umfangreiche und speziell auf den Bahnverkehr ausgerichtete Produktportfolio von LÜTZE entsprach zu 100 % den Bedürfnissen von Colorado Railcar. Die Steuerungen DIORAILPC und DIOLINE 20 fanden im gesamten Triebwagen ihren Einsatz: vom Führerstand über das Bremssystem bis hin zur Motorsteuerung. Die moderne CANopen BUS-Architektur ermöglichte die Dezentralisierung wichtiger Funktionen. Dies führte zu einer bedeutenden Kosteneinsparung, da weniger Kabel benötigt wurde und die Installation schneller durchgeführt werden konnte. Die Logik nach IEC 61131 wurde gemeinsam von Ingenieuren von Colorado Railcar und LÜTZE-Entwicklern realisiert. Trotz der Entfernung zum in Deutschland ansässigen Entwicklungszentrum war bis zur Beendigung der in Rekordzeit durchgeführten Programmierung lediglich ein Besuch nötig. Desktop Sharing, Internet und Videokonferenzen waren bei dieser gemeinsamen Anstrengung gängige Mittel, um einmal mehr zu beweisen, dass die Welt kleiner geworden ist.

Jürgen Seybold, Lütze Inc, USA

 
       
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